Besuch aus Wien und Panikattacke im Dschungel

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Das Leben am Strand ist hart… das glaubt ihr jetzt natürlich nicht, aber seit dem wir hier am Strand Spanisch lernen, gibt es außer extreme-beach-chilling am Strand kaum Aktivitäten… und meine UNO-Siege sind jetzt zwar schon Highlights, aber fällt vermutlich in die Kategorie “muss man dabei gewesen sein” :)
Aber mein Highlight kam quasi als Osterhasi – Besuch aus Wien!! Das lange Osterwochenende perfekt genutzt und wir treffen Lora und Dominik im Landesinnerin, genauer gesagt in Monteverde – Naturschutzgebiet und Cloud Forrest. Voller Vorfreude ging’s mit dem Auto zum Hotel – die Straßen sind so toll, dass man für 37 km ca. 1,5h braucht… und kaum angekommen war die Freude riesig!!! :) Leicht gejetlagt und noch etwas damisch gehen wir mit den Zwein auf unsere ersten Willkommens-Freude-Biertschis bzw Fruchtshakes und danach zur Nachtwanderung in Santa Elena. Mit großen Erwartungen ging’s in den finsteren Dschungel. Leider waren die Tiere aber offensichtlich nicht wirklich aktiv in dieser Nacht (oder unser Guide nicht der smarteste) und wir haben außer Ameisen, einer Tarantel und schlafenden Vögeln nicht all zu viel gesehen….

Am Tag darauf ging’s dann nach Monteverde in den Cloud Forrest. Das war schon wesentlich beeindruckender. Richtiger Dschungel. Allerdings regnet es hier nicht all zu viel, die Wolken hängen aber so tief, dass die Feuchtigkeit daraus den Pflanzen reicht. Kolibris, Hängebrücke, Tukans und dann auch DER Vögel, nach dem hier alle total verrückt sind: der Kezal – wir haben sie alle gesehen :) Abend’s gab’s immer Mädchen-Ratsch-Stunde :) Wie schön!!

Am nächsten Tag wurde es wirklich ernst. Wer mich kennt, weiss vermutlich, dass ich nichtmal gern auf eine Leiter steige… aber ok was soll’s: wir gehen Ziplinen! Alle waren schon total freudig und die anderen Drei haben auch gleich den Bungee Jump gebucht (nein, ich sicher nicht!), nur ich war so schon mehr als unentspannt. Hab’ ich doch schon vor drei Jahren mal einen Klettergarten in 2m Höhe in totaler Panik abgebrochen. Aber gut, man muss manche Dinge einfach öfter ausprobieren… oder?
Wir werden vorbereitet – Gurte, Helm, Handschuhe. Mir wird schon ganz anders… dann geht’s los. Am liebsten hätte ich mich gleich umentschieden, aber jetzt versuche ich es auch. Die erste Strecke ist nur kurz und noch nicht zu hoch, wir werden von Guides eingehängt. Das ging noch – wobei Spaß anders ist. Die anderen finden es toll. Dann kommt die erste lange Strecke – fast 600m lang und 60m tief. Schweißgebadet komme ich am anderen Ende an und die Frage, wieviele Bahnen noch kommen, wird mit “9″ beantwortet. Puh. Dann kommt noch eine lange Strecke – über 600m und noch tiefer. Jetzt ist der Spaß vorbei. Als ich überlege aufzuhören, sagt mir der Guide, hier kann man nicht aufhören, erst auf der anderen Seite. Alles klar. Große Überwindung und ich lasse mich (nach zweimal zurückhalten :) ) nochmal in die Seile fallen. Augen fest geschlossen und langsam von 30 hinunterzählend, mache ich bei 0 die Augen wieder auf, in der Hoffnung, schon nah am Ende zu sein. Aber nein – es ist erst die Hälfte. Nochmal von 30 runterzählen und eine kleine Panikattacke schleicht sich ein. Völlig aufgelöst schaffe ich es bis zum Ende und JA – ICH WILL HIER AUFHÖREN!!
Die anderen Drei schaffen es heldenhaft bis zum Ende – sogar mit Spaß. Beneidenswert :) Als sie fertig sind geht’s weiter und die drei stürzen sich noch 148m in die Tiefe. Mir wird beim Zuschauen schon übel…
Nach der respektablen Leistung geht’s weiter nach Arenal.
Es ist Semana Santa – heilige Woche – und Hochsaison. Nach einer 2stündigen Prozedur haben wir dann auch noch eine Unterkunft gefunden, wo wir auch gleich mit der einheimischen Art Kaffee zu machen betraut werden. In einem Stoffsackerl, das einem Tennissocken gleicht, wird der Kaffee gefüllt, oben heißes Wasser drübergegossen – unten gibt’s dann den frischen Kaffee! herrlich!

Nächster Punkt war das Naturschutzgebiet um den Vulkan und am Abend ging es in die “Therme”. Die ist ein bißchen anders als bei uns. Das Wasser ist ausschließlichh vom Vulkan erwärmt, die Becken sind aus Stein und mitten im Dschungel. Ziemlich cool. Im heißrn Becken hält man es keine Minute aus. Im “kühlsten” mit 36 Grad schlürfen wir dann Gin Tonic und lassen den Osterhasen hoch leben ;)

Dann ist das lange WE auch schon wieder vorbei – wir fahren zur Sprachschule und die zwei Sweeties bleiben in Arenal zum Surfen! SO SCHÖN dass ihr da wart!!

Ach ja… zwei kleine nicht so nette Dinge… erstens habe ich es geschafft, sämtliche Fotos von genau dieser Zeit von der SD Karte zu löschen *aaaaaargh* und meine Kreditkarte wurde missbraucht und mit 1500 fremdbelastet…. *aaaaaaaaaaaaargh*. Aber ich möchte nicht darüber sprechen. Verdrängung. Deswegen gibt es heute leider keine Fotos… bzw nur die, die ihr auf Instagram immer wieder seht… Pura Vida! ;)

Montezuma/Samara/Santa Teresa

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Pura Vida! – ich glaub, ich bin im Zoo….

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Costa Rica – auch “die Schweiz Mittelamerikas” genannt – ist, im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern, politisch stabil und dementsprechend gibt es deutlich weniger Kriminalität und mehr Tourismus. Demnach natürlich auch höhere Preise und, auch ein Zeichen dafür, fast alle Preise sind wieder mal in US Dollar angegeben.
Der erste Flug geht nach San Salvador und dort heißt es einmal umsteigen, weiter nach Costa Rica! Und das Umsteigen war dann sehr exklusiv!
Am Flugfeld geht’s zu einer Propellermaschine… Sitzplätze: 44. Passagiere: ca. 20. Nach der Live-Sicherheits-Demo im Flugzeug gehts dann los – an das Ruckeln und das Wackeln gewöhnt man sich… nicht. Aber gut angekommen geht’s dann auch gleich weiter – es ist Wochenende und das wollen wir am Montezuma Beach ganz im Süden beginnen, bevor das Lernen dann weitergeht.
Also weiter geht’s – 170km, 4,5h Fahrtzeit. Soll ich die Straßen beschreiben? Sagen wir so… das mit dem Lesen hat auf Grund des erhöhten Wackel-Aufkommens nicht funktioniert…. schlafen dito… gut, dann halt hardcore-aus-dem-fenster-schauing.
Hier ist es auf jeden Fall grüner (zumindest weiter von der Straße entfernt, weil direkt daneben ist alles nur grau-braun-staubig). Unmengen an Mangobäumen stehen entlang der Strecke… und dann… waren wir auch schon da! :)
Montezuma Beach – ganz im Süden auf der Halbinsel Nicoya (Pazifikseite) – für seine “laid back” Gemütlichkeit bekannt. Wir checken im Hotel ein und nach der Schlüsselübergabe noch der Satz “und bitte aufpassen, ab ca 4pm kommen die Affen und schmeißen mit Mangos”. Alles klar – da freu’ ich mich drauf!! Und tatsächlich… ein paar Stunden später, sobald die Sonne nicht mehr so heiß ist (denn die geht ja hier immer schon um 6 unter), kommen die Affen vom hintergelegenen Dschungel auf das Hotelgrundstück… sicher über 20 Kapuzineräffchen springen von Ast zu Ast, essen Mangos und werfen diese dann auf alle, die sich da gerade so bewegen… nice!! Eine hat mich um 10cm verfehlt und so ein 0,5kg Teil aus 5m Höhe… da lauf ich lieber! Bei Einbruch der Dunkelheit ist das Spektakel vorbei und alle ziehen wieder weiter… lustig! Video –> youtube button
Ausserdem gibt es hier unmengen an Leguanen und andere Tierchen, die man bei uns nur im Zoo sieht, laufen an einem vorbei –> Leguan Video –> youtube botton
Es wird noch ein bissschen entspannt und Sonntag gehts dann weiter nach Samara… LERNEN
Kaum in Samara angekommen beziehen wir unser Zimmer im B&B mit Blick aufs Meer. Diesmal haben wir uns gegen eine Hostfamily entschieden, da wir eben dieses günstige Zimmerlein gefunden haben. Shared Bath, aber nachdem wir zur Zeit die einzigen Gäste sind: perfekt :) Vom Balkon aus kann man jeden Tag beobachten, wie die Eichkätzchen ihre Kokosnüsse artistisch elegant frühstücken.
Die “Stadt” ist klein, einfach und es sind viele deutschsprachige Touristen hier…. aber gut… mal schauen ;)
Hier geht jetzt unser Lern-Alltag weiter – mit dem Unterschied, dass am Nachmittag nur noch am Strand gefaulenzt wird!
Am Strand ist es hier übrigens ganz normal, wenn Pferde auch frei am Strand spazieren… werden dann irgendwann von ihren Besitzern wenn sie gebraucht werden geholt… so schön!
Nach der ersten Woche – viel passiert hier wirklich nicht – wollen wir aber übers WE wieder weg und entscheiden uns ein langes WE in Santa Teresa einzulegen! Als wir ankommen begeben wir uns auf die Suche nach einem günstigen Quartier und gehen samt Gepäck die Straße entlang… heiß… 40 Grad… staubig… kaum gehe ich in einem Quartier nachfragen zwecks Preis und komme wieder raus, hebt gerade ein Straßenhund sein Bein an meinem Koffer um den zu markieren. NA WARTE… Nachdem hier bei jedem Flug die Gepäckstücke von Drogenhunden kontrolliert werden, hat einer anscheinend schon eine Duftnote hier hinterlassen… danke! Schnell mit Wasser angeschüttet und am Abend desinfiziert… frech…
Endlich auch ein Schlafplätzchen gefunden und ab zum Strand… zuschauen, wie die Sonne über dem Wasser verschwindet… schön! Der Strand ist km lang und am Ende bei den Palmen liegt ein Nebel in der Luft… mystisch…
Hier sind viele Surfer, das Dorf selbst besteht zur Hälfte aus ausgewanderten Surfern – es gibt also viel zu schauen! ;)
Und dann ist es soweit: nach über 2 Monaten zum ersten Mal wieder Sushi! Es war so schön!
Während der Herr am nächsten Tag einen Surfkurs gemacht hat, war ich am Strand reiten – wollte ich auch schon immer mal… so schön! Am nächsten Tag packt mich dann doch noch der Ehrgeiz und ich steige (oder eher lege mich) auch zum ersten Mal auf ein Surfbrett. Nach motivierenden Worten wie “na aufstehn musst halt” habe ich mich zum allein-üben entschlossen und hab’ es dann sogar stehend auf das Brett geschafft! jippieeeee!
Das Quartier war von Bäumen umgeben und dementsprechend gab’s auch wieder vieeel Getier! Ich habe sogar ein Gürteltier gesehn!! Jede Menge Leguane (der größte war glaube ich gesamt über 1,5m), Kolibris und soetwas wie eine riesen Ratte (aaaah) und eine blaue Krabbe, die einen Fight gegen ein Eichhörnchen gewonnen hat.
Nach einem herrlichen Wochenende geht’s zurück nach Samara…

Pura Vida!

… auch ja… aktuelle Fotos gibt’s auch immer auf Instagram – KameraSymbol gleich neben dem Youtube Button! :)

Antigua III

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Von Waffen – si, es normal en Guatemala – Kaffee und so…

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… die Zeit vergeht…

… neben der Sprachschule ging natürlich auch der restliche Alltag in den letzten Wochen weiter…
Mit meiner Lehrerin habe ich auch einen halben Tag in der Stadt verbracht um ein paar Fotos von “Einheimischen” zu machen – das ist als Touri nicht ganz so einfach, weil die meisten Leute nicht allzu begeistert sind, sondern eher böse und grantig werden ;) Wir waren am Markt, auf den Straßen, im Park… war wirklich lustig. Leider lassen sich aber nicht alle fotografieren, so entgeht euch leider der Anblick von schwerst bewaffneten Securities bei der Kassa im Supermarkt, oder – fast noch krotesker – schwerst bewaffnete Securities wenn der Coke LKW vor dem Supermarkt parkt und entladen wird… beschert einem stets wohliges Behagen beim Einkaufen! Gar nicht zu reden von den Schmuckgeschäften, wenn nur 1m neben einem immer ein Schatten mit einer Kalaschnikov – oder was auch immer das ist – steht, mit einer Hand am Abzug…
Aber ja, das ist da alles ganz normal und man gewöhnt sich so schnell daran, dass es fast komisch ist, wenn man woanders in einem Supermarkt ist und plötzlich nur jemand mit Schlagstock da steht… fast langweilig… ;) Ein Foto konnte ich aber machen. Der Security vom Panzerauto die das Geld aus den Banken holten hat das Fragen mit einem kurzen Nicken quittiert. Ich machte schnell ein Foto und so schnell wie dort das Geld eingeladen wird… kann man gar nicht schauen… war er schon fast zu spät und musste dem Panzerauto nachlaufen … :)

Am Markt ist ja auch immer reges Treiben – davon habe ich euch ein kurzes Video gemacht – youtube button, eh schon wissen ;)

Als wir so spazieren gehen erzählt mir meine Lehrerin auch eine nette Geschichte von Ihrem Bruder. Er wurde – nur 2km von seinem Haus entfernt – von der “Verkehspolizei” aufgehalten und nach seinen Papieren gefragt. Nachdem er alles gezeigt hat, behaupten sie, dass etwas nicht passt…mit den Papieren… er sagt nur doch, es ist alles ok. Er muss ins Polizeiauto steigen und mit auf die Wache… das Auto war nie mehr gesehen… Die Warnung die er bekam war: Wir wissen wo du und deine Familie wohnt…
Wir sind in LatinAmerika!! Genau so, wie ihr Bruder von deren Vater immer dazu ermahnt wird, beim Autofahren nicht aus dem Fenster zu schimpfen, denn man weiß ja nicht, wer der andere Fahrer ist und ob der vielleicht schlecht drauf ist und eine Waffe einstecken hat… ”Si, es normal en Guatemala.”

Wie jeden Sonntag war auch an den letzten Sonntagen Prozession angesagt… also es ist ja schon toll – nur bis Ostern jeden Sonntag 12 Stunden… das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig… diesmal ging’s sogar bis 1 in der Früh…

Ausserdem haben wir noch eine Kaffeeplantage besucht! Total spannend! Ich frage mich da immer, wer bitte auf die Idee kommt das alles mit einer geernteten Frucht zu machen, bis sie dann endlich getrunken/gegessen wird… ziemlich aufwändig. Guatemala ist unter den top ten Kaffeeproduzenten. Auf Platz eins ist – mit Abstand – Brasilien. Man unterscheidet Arabica und Robusta Kaffeebohnen, wobei der Arabica der hochwertige ist und Robusta demnach die nicht so hochwertigen Bohnen. Nachdem in den letzten Jahren asiatische Länder wie zB Vietnam begonnen haben Kaffee anzubauen, ist der Preis instabil am Markt geworden, wobei von dort hauptsächlich Robusta Bohnen kommen. Nur damit das mal gesagt ist ;)

Ein anderer Besuch ging noch ins Musik-Museum, man will ja nix verpassen… darüber zu berichten wäre jetzt allerdings nicht ganz so spannend…

So und jetzt wird es Zeit weiterzuziehen!!
Nachdem wir keine 2 Tage im Bus verbringen wollen, haben wir uns ausnahmsweise einen Flug gegönnt.

NEXT STOP: COSTA RICA!!